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In der Teheraner Christuskirche sind die Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache in Iran sowie die englischsprachige International Fellowship daheim.

  • Gottesdienste in deutscher Sprache finden freitags um 10 Uhr statt;
  • am ersten Freitag im Monat feiern wir Gottesdienst in englischer Sprache
  • am letzten Freitag im Monat ist unser Gottesdienst abends um 18 Uhr.

 

Karfreitag

In einer fernen Zeit gehst du nach Golgatha, erduldest Einsamkeit, sagst selbst zum Sterben Ja.

Du weißt, was Leiden ist. Du weißt, was Schmerzen sind. Der du ein Bruder bist, ein Mensch und Gotteskind.

Erstehe neu in mir. Erstehe jeden Tag. Erhalte mich bei dir, was immer kommen mag.

Amen

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Liebe Freundinnen und Freunde der deutschprachigen Gemeinde in Iran!

Jedes Jahr, wenn ich den Gottesdienst für Karfreitag vorbereite, überlege ich lange, welche Lieder ich auswähle: Zwar gibt es eine große Zahl von Passionsliedern im Evangelischen Gesangbuch, aber die Texte sind mir theologisch oft fern und zu schwer. Trotz der vertrauten Melodien - wenn der Text dazukommt, gerate ich ins Grübeln: Dass Jesus vor 2000 Jahren für meine Sünden heute gestorben sein oder dass ich an seinem Sterben schuld sein soll, wie kann ich das verstehen?

Karfreitag erzählt, dass ein Mensch leidet und stirbt. Drastisch und anrührend. Er wird grausam gekreuzigt, außerhalb der Stadt, dort, wo die Verbrecher hingerichtet werden. Er ist allein, seine Freunde haben sich abgewandt. Dass dieser Mensch zugleich Gottes Sohn, ja, dass er Gott selbst ist, das macht diese Geschichte zu etwas Besonderem und nimmt ihr die zeitliche Distanz.

Ich habe ein neues Passionslied gefunden, das mir das Geschehen von Golgatha nahebringt: https://www.evangeliums.net/lieder/lied_in_einer_fernen_zeit.html                                                                  

Mir gefällt dieses einfache Lied. Fast wie ein Gebet klingt es. Wenige Zeilen, die man leicht lernen und sich merken kann.

Gott leidet. Wie ein Mensch leidet er. Wie wir.

Gott kennt die Verlassenheit am Ende des Lebens. Das kann trösten im Alleinsein und in der Traurigkeit. Er ist nicht fern, auch wenn alle anderen fern zu sein scheinen. Er kann auch heute da sein, jeden Tag, wenn wir es zulassen.

Was kommen wird in den nächsten Monaten, das kann niemand sagen. Für mich wie für viele andere ist diese Ungewissheit nicht immer leicht auszuhalten. Das Wissen darum, dass ich nicht alleingelassen bin mit meinen Fragen und das Vertrauen, dass Er in mir lebendig werden will, kann mir neuen Mut geben. Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig, sagt Christus. Derselbe Christus, den ich an Karfreitag so schwach und verlassen sehe. Karfreitag lehrt mich, hinter dem Tod das Leben und hinter der Krise den neuen Anfang zu sehen.

Ihnen und euch einen gesegneten und behüteten Karfreitag!
Kirsten Wolandt

Palmsonntag - Beginn der Karwoche

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Predigttext für Palmsonntag: Matthäus 21, 1-11 

Liebe Freundinnen und Freunde der deutschsprachigen Gemeinde in Teheran!

Mit dieser Woche beginnt die Karwoche. Normalerweise lesen wir dann die Geschichte von Jesu Einzug in Jerusalem (Matthäus 21, 1-11): Wie ein König wird er von den Bewohnern empfangen – auch wenn er nur auf einem Esel reitet. Die ganze Stadt ist in heller Aufregung, alle sind auf den Beinen, vor und hinter ihm drängen sich die Menschen.

Wie anders dagegen ist das Bild in Teheran und überall auf der Welt in diesen Tagen: Gedränge ist verboten, Getümmel geht gar nicht, und Freude miteinander kann so erst gar nicht ent-stehen. Was da gerade einzieht bei uns und vielen, ist eher die Sorge darum, wie es weiter-geht, die Angst vor Ansteckung und Krankheit bei uns und denen, die wir lieb haben.

Doch wir wissen, wie schnell auch die Situation nach Jesu Einzug umschlägt. Bereits wenige Tage später rufen dieselben Menschen „Kreu-zigt ihn“. Der Sohn Davids, der von Gott gesandte Retter – auf einmal wollen sie mit ihm nichts mehr zu tun haben.

Ich frage mich, wie nahe wir Jesus sein wollen. Ob unsere Beziehung zu ihm auch schwere Belastungen und Prüfungen wie die derzeitige aushält. In dir ist Freude in allem Leide heißt es im Gesangbuch, in einem Lied das die Christen seit über 400 Jahre singen. Und später: An dir wir kleben im Tod und Leben, nichts kann uns scheiden. Halleluja. (https://www.youtube.com/watch?v=A6phx6qDkxQ)

Mich beeindruckt immer wieder in den biblischen Erzählungen oder in den Berichten christlicher Glaubenszeugnisse, dass beides, Trauer und Freude, Leid und Glück oft so nah beeinander liegen. Vielleicht ist das ja auch die Grundaussage unseres Glaubens: Dass es wahres Leben ohne Schmerz, Leid und Tod nicht gibt.

Bemerkenswert finde ich übrigens auch, dass Jesus nach seiner Ankunft in Jerusalem als erstes in den Tempel, das Haus Gottes, geht. Sein Auftritt dort ist ziemlich spektakulär: Die Händler und Wechsler schmeißt er raus, ihre Tische wirft er um, die Leute sind entgeistert. Was er dort eigentlich sucht? Ich vermute Trost, Kraft und Zuversicht für die vor ihm liegenden Tage, Gottes Nähe.

Auch wenn Sie und ihr keine geöffnete Kirche in der Nähe habt: Eine Kerze anzünden, sich auch Gott besinnen, beten und auf diese Weise eine andere Atmosphäre schaffen und Jesus Christus nahe sein - das können wir auch zu Hause.

Es grüßt Sie und euch herzlich

Eure Pfarrerin Kirsten Wolandt 

Tageslosung

Thursday, 09 April 2020
Gründonnerstag
Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir wollen mit euch gehen.
Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.

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Geschichte der Gemeinde

Unsere Kirche, die Christuskirche wurde 1962 im Nordteheraner Stadtteil Gholhak zusammen mit dem Pfarrhaus für die Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache gebaut. Zu dieser Zeit lebten etwa 5.000 Deutsche in Iran, deren Zahl in den 1970er Jahren bis auf ca. 12.000 anstieg.

Das alles änderte sich 1979 mit der Revolution und dem folgenden Krieg. Heute zählt man im ganzen Land vielleicht um die 500 - 700 Menschen mit deutscher Muttersprache. Weiterlesen

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Im Büro spricht mit Ihnen Frau Fouroutan sonntags, dienstags und donnerstags von 10-13 Uhr: 

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